Bilder

Heimatortsgemeinschaft Heltau

Heltau in Bildern – Geschichte, Gemeinschaft und lebendige Erinnerungen

Unsere Bildergalerien zeigen Heltau, das heutige Cisnădie in Siebenbürgen, in seiner ganzen Vielfalt. Historische Aufnahmen von Kirche, Friedhof, Gebäuden und kulturellen Einrichtungen finden hier ebenso ihren Platz wie künftig Fotos von Treffen, Feiern, Veranstaltungen und gemeinsamen Erlebnissen der Heltauer Gemeinschaft.

Archiv

Heltauer Schätze – überliefert, gesammelt und bewahrt

Die Bilder, Texte, Dokumente und Erinnerungen wurden dem Archiv der HOG Heltau über viele Jahre zur freien Nutzung überlassen. Herkunft, Verfasserschaft, Urheber, Aufnahmezeitpunkte und ursprüngliche Quellen lassen sich heute nicht in jedem Fall vollständig nachvollziehen. Die Inhalte geben Erinnerungen, Überlieferungen und den jeweiligen Kenntnisstand ihrer Entstehungszeit wieder.

Redaktionelle Anpassungen beschränken sich auf Rechtschreibung, Lesbarkeit, Gliederung, Bildbearbeitung und Formatierung. Trotz sorgfältiger Zusammenstellung können Fehler oder Lücken nicht ausgeschlossen werden. Hinweise zu Verfassern, Fotografen, abgebildeten Personen, Orten, Aufnahmezeiten und Quellen sowie Korrekturen und Ergänzungen sind herzlich willkommen.

Das Textilmuseum in Heltau

In Heltau (Cisnădie) befindet sich das Textilmuseum mit einer für die Textilgeschichte Rumäniens einzigartigen Sammlung. Maschinen, Werkzeuge und verschiedene handwerkliche Gegenstände dokumentieren die Entwicklung eines Handwerks, das seinen Ursprung im bäuerlichen Haushalt hatte, später von der Tuchmacherzunft weiterentwickelt und schließlich industrialisiert wurde.

Zu den ausgestellten Geräten gehören unter anderem Wollkrempel, Spinnräder, frühe Spinnmaschinen, Haspeln, Handwebstühle, Spindeln und Webschiffchen. Sie erinnern an die jahrhundertelange Bedeutung der Wollverarbeitung und Tuchherstellung für Heltau.

Das Museum ging aus dem früheren Heltauer Heimatmuseum hervor und wurde 1970 als Textilmuseum wiedereröffnet.

Erster Weltkrieg - Heltau (Cisnădie)

Der Erste Weltkrieg hatte für Heltau sowohl militärische als auch gravierende gesellschaftliche Folgen:

1. Militärische Bedeutung

Nach dem Kriegseintritt Rumäniens auf Seiten der Entente im August 1916 rückten rumänische Truppen nach Siebenbürgen vor. Die rumänische 1. Armee besetzte im September 1916 unter anderem die Linie Racovița – Girelsau – Heltau, südlich von Hermannstadt (Sibiu).
Bei der Gegenoffensive der Mittelmächte, Ende September 1916, kam es zur Schlacht bei Hermannstadt (26.–29. September 1916). Die deutsche 9. Armee, unter General Erich von Falkenhayn, und österreichisch-ungarische Einheiten drängten die rumänischen Truppen aus dem Raum Heltau und Hermannstadt in Richtung des Roten-Turm-Passes zurück. Gefangene wurden in Heltau interniert und die deutsche Armee bezog hier ihr Quartier. Bei dieser Gelegenheit besuchte Heltau, der neue österreichische Kaiser Karl I., der sich bei den siegreichen Truppen bedankte.

2. Auswirkungen auf die Heltauer Bevölkerung

Rund 300 Heltauer (überwiegend Siebenbürger Sachsen) wurden im Laufe des Krieges in die österreichisch-ungarische Armee berufen. 66 von ihnen fielen an der Front. Für die Überlebenden und deren Familien blieb das Erlebte über Generationen hinweg ein tief prägendes Trauma.

Der Krieg hatte politische und wirtschaftliche Folgen ab 1918. Der Zusammenbruch der Habsburgermonarchie und der Anschluss Siebenbürgens an Rumänien (1918) änderte das Leben der Heltauer grundlegend.

Durch die darauffolgende rumänische Agrarreform verloren die Heltauer drastisch an Boden – ihr Grundbesitz schrumpfte von 17'000 auf nur noch 5'000 Joch.

Wichtige Infrastrukturen und Institutionen der deutschen Minderheit, darunter die lokale Eisenbahn sowie die traditionsreiche Webeschule, wurden vom rumänischen Staat verstaatlicht.

Heltauer Bahnhof

Die Eisenbahnverbindung zwischen Hermannstadt (Sibiu) und Heltau (Cisnădie) wurde 1894 gebaut. Der Bahnverkehr wurde am 27. August 1894 feierlich eröffnet. Für Heltau war die neue Verbindung von großer Bedeutung: Sie diente sowohl dem Personenverkehr als auch dem Transport von Waren, Rohstoffen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Vor allem die Heltauer Textilindustrie profitierte von dem Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Die Strecke wurde überwiegend von Heltau selbst finanziert. Von insgesamt 780 Aktien übernahm die Gemeinde 562, weitere 158 wurden von Heltauer Bürgern und Institutionen erworben. Die Bahn entwickelte sich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor für den Ort.

In den 1950er-Jahren brachten Züge unter anderem Arbeiter aus Hermannstadt zu den verschiedenen Arbeitsschichten nach Heltau. Später verlagerte sich der Verkehr zunehmend auf Güter und Rohstoffe, insbesondere für die örtliche Textilindustrie.

Zwischen 1992 und 1998 verkehrten zeitweise auch historische Sonderzüge auf der Strecke Hermannstadt–Heltau. Ein späterer Versuch, Teile der Bahnverbindung wiederzubeleben, blieb ohne dauerhaften Erfolg.

Mit dem Niedergang der Heltauer Textilindustrie verlor schließlich auch die Bahnstrecke ihre frühere Bedeutung.

Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Während des Ersten Weltkriegs wurden rund 300 Heltauer zu den Waffen gerufen. Nach den im Heltauer Heimatbuch zusammengetragenen Unterlagen sind 77 Heltauer als Gefallene verzeichnet.

Auch die Umgebung Heltaus wurde im Herbst 1916 zum Kriegsschauplatz. Die dort gefallenen Soldaten verschiedener Armeen wurden auf dem evangelischen Friedhof bestattet. Auf dem sogenannten Heldenfriedhof ruhten 61 deutsche, 6 ungarische und 139 rumänische Soldaten. Im Zentrum der Anlage stand ein vierseitiger Marmorblock mit den Namen der gefallenen Heltauer. Die Anlage wurde am 9. Juni 1918 eingeweiht.

1926 wurde die Gedenkstätte um ein Kreuz aus Marmor und bearbeitetem Stein ergänzt. Es erinnerte insbesondere an die 139 rumänischen Soldaten, die 1916 bei den Kämpfen um Heltau gefallen waren. Als Stifter wird A. Dumitrescu genannt, der frühere Leiter des Heltauer Bahnhofs.

Die deutschen Kriegsgefallenen wurden später nach Michelsberg (Cisnădioara) umgebettet. Dort wurden Gefallene aus mehreren kleineren Soldatenfriedhöfen zusammengeführt. Das Heltauer Heimatbuch ordnet diese Umbettung der Zwischenkriegszeit zu.

So erinnert die Anlage bis heute an die Menschen verschiedener Nationen, die den Kämpfen des Ersten Weltkriegs zum Opfer fielen.

Das Heltauer Schwimmbad ...

Das alte Freibad ist heute vor allem eine Erinnerung. In zeitgenössischen Berichten wurde es als „Schwimmschule“ bezeichnet. Im Laufe der Jahrzehnte erlebte die Anlage unterschiedliche Zeiten und wurde mehrfach umgestaltet. Vielen Heltauern sind die dort verbrachten Sommertage bis heute in besonderer Erinnerung geblieben.

Die Existenz einer Schwimmschule in Heltau ist bereits 1884 belegt. Die damalige Anlage lag am Bäresbach beim Zufluss des Knickbachs am „Gehonnes“. Vor 1914 entstand näher am Ort eine neue Schwimmanlage mit anschließendem Park. Sie besaß mehrere unterschiedlich große Becken für Männer, Frauen und Kinder und wurde mit gefiltertem Wasser aus dem Bäresbach gespeist.

Heute befindet sich in der Nähe des Măgura-Parks eine moderne Freibadanlage mit einem Becken für Erwachsene und einem Kinderbecken.

Wollwäsche am Schewis

Heltau war über Jahrhunderte eng mit der Verarbeitung von Wolle und der Herstellung von Tuch verbunden. Ein wichtiger Arbeitsschritt war dabei die Wollwäsche am Schewis.

Die zuvor eingeweichte Wolle wurde von Wäscherinnen in etwa 30 Zentimeter tiefem, langsam fließendem Wasser gewaschen. Dabei verwendeten sie geflochtene Rutenkörbe, sogenannte Felpes. Die Wolle wurde darin wiederholt bearbeitet und gespült, bis das ablaufende Wasser klar und die Wolle sauber war. Eine Wäscherin konnte auf diese Weise an einem Tag etwa 300 Kilogramm Wolle bearbeiten.

Anschließend wurde die gewaschene Wolle auf Wagen zu großen Trockenplätzen gebracht. Dort breitete man sie dünn auf kurz gehaltenen Grasflächen aus und ließ sie in Sonne und Luft trocknen. Mit Holzrechen wurde sie immer wieder zusammengezogen und erneut ausgebreitet.

Dieses ungewöhnliche Bild fiel auch der schottischen Schriftstellerin Emily Gerard auf. In ihrem 1888 erschienenen Buch The Land Beyond the Forest beschreibt sie große Flächen bei Heltau, die aus der Entfernung beinahe wie mit Schnee bedeckt wirkten. Erst aus der Nähe erkannte sie, dass es sich um riesige Mengen zum Trocknen ausgebreiteter Wolle handelte.

Die „weißen Felder in der Sonne“ waren damit nicht nur ein eindrucksvoller Anblick, sondern sichtbarer Ausdruck eines Handwerks, das Heltau über Jahrhunderte geprägt hat.

Die Freiwillige Feuerwehr in Heltau

Die Heltauer Freiwillige Feuerwehr wurde 1877 gegründet. Am 6. Mai fand unter der Leitung des Apothekers Gustav A. Binder die erste konstituierende Generalversammlung statt. Nach der Genehmigung der Statuten folgte am 15. Juli die ordentliche Hauptversammlung, bei der Satzungen, Dienstvorschriften und die Feuerlöschordnung der Gemeinde beschlossen wurden.

Zum Zeitpunkt der Gründung gehörten der Feuerwehr 86 Männer an. Nur wenige Tage später war ihre Zahl bereits auf 208 Mitglieder angewachsen. Noch im selben Jahr wurden neue Löschgeräte angeschafft und erste Übungen durchgeführt. Damit begann eine organisierte Brandbekämpfung, die für Heltau angesichts der zahlreichen schweren Brände früherer Jahrzehnte von großer Bedeutung war.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Ausrüstung kontinuierlich modernisiert. 1912 erhielt Heltau eine Alarmsirene, die auf dem Kirchturm angebracht war und bis 1945 bei Gefahr ertönte. Regelmäßige Übungen und Schulungen gehörten ebenso zum Feuerwehrleben wie Einsätze bei Bränden und Überschwemmungen.

Auch während der kommunistischen Zeit bestand die Feuerwehr weiter. Ihre Organisation musste sich zwar den staatlichen Vorgaben anpassen, doch Ausbildung, Brandschutz und Hilfeleistung blieben wichtige Aufgaben. 1960 waren dank moderner Löschtechnik nur noch rund 50 Wehrmänner erforderlich. Die deutsch-sächsische Leitung der Feuerwehr endete 1990 – 113 Jahre nach ihrer Gründung.

„Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr! Dem Bürger zum Schutz, dem Feuer zum Trutz.“

Obmänner der Heltauer Freiwilligen Feuerwehr

Nr. Name Dienstzeit Jubiläum
1 Gustav Binder 05.1877–12.1881 –
2 Peter Handel 12.1881–01.1887 –
3 Georg Billes 01.1887–01.1889 –
4 Johann Fleischer 01.1889–01.1898 20 Jahre
5 Peter Sturm 01.1898–01.1900 –
6 Michael Paulini 01.1900–01.1904 25 Jahre
7 Gustav Bonfert 01.1904–01.1910 –
8 Peter Sill 01.1910–01.1921 –
9 Johann Sill 01.1921–01.1928 50 Jahre
10 Heinrich Simonis 01.1928–01.1931 –
11 Michael Herbert 01.1931–01.1935 –
12 Gustav Kloos 01.1935–01.1939 60 Jahre
13 Wilhelm Bonfert 01.1939–01.1942 –
14 Michael Weiss 01.1942–01.1956 75 Jahre
15 Wilhelm Herbert 01.1956–01.1964 80 Jahre
16 Julius Dragomir 01.1964–03.1965 –
17 Kurt Wagner 03.1965–09.1970 –
18 Artur Fleischer 01.1970–10.1973 –
19 Kurt Petri 10.1973–12.1984 100 Jahre
20 Richard Weber 01.1985–10.1990 110 Jahre

Quelle: Heltau – Geschichte und Kultur einer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft, Kapitel 7.2.6 „Die Freiwillige Feuerwehr“, Kurt Petri.

Die Anfänge des Heltauer Schulwesens

Bildung hatte in der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft über Jahrhunderte einen hohen Stellenwert. Kirche und Schule waren dabei eng miteinander verbunden. Auch in den größeren Landgemeinden entstanden bereits früh Gemeindeschulen, über deren Anfänge allerdings nur wenige schriftliche Zeugnisse erhalten geblieben sind.

Als erster namentlich bekannter Schulmeister von Heltau gilt Urbanus Petri, der 1428 urkundlich erwähnt wird. Aus dem folgenden Jahrhundert sind weitere Lehrer überliefert: 1517 wird Johannes Kewn aus Girelsau als „ludimagister“ – Schulmeister – bezeichnet, 1527 ein Johannes als Hilfskantor und 1551 Johannes de Peterfalva ausdrücklich als „rector scholae Heltensis“, als Rektor der Heltauer Schule.

Dass Bildung schon früh über den Heimatort hinausführte, zeigen die Universitätsmatrikeln. Bis 1520 sind 41 Studenten aus Heltau an ausländischen Universitäten nachgewiesen. 37 von ihnen studierten in Wien, vier in Krakau. Bereits 1385 wurde mit Nicolaus de Heltenau der erste bekannte Heltauer Student an der Universität Wien eingeschrieben.

Mit der Reformation gewann das Schulwesen weiter an Bedeutung. Die 1550 für die Siebenbürger Sachsen verbindlich gewordene Kirchenordnung enthielt auch grundlegende Bestimmungen für die Schulen. Unterricht, Kirche und Gemeindeleben blieben dadurch über Jahrhunderte eng miteinander verbunden.

Später entwickelte sich das Heltauer Bildungswesen kontinuierlich weiter – von der kirchlichen Gemeindeschule über verschiedene Schulgebäude und Schulformen bis hin zu spezialisierten Einrichtungen wie der 1888 gegründeten Webschule.

Handball in Heltau

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Heltau zu einem bemerkenswerten Handballstandort. Einen entscheidenden Anteil daran hatte Thomas Wolf, der 1946 nach Heltau kam und zuvor selbst in der rumänischen A-Liga gespielt hatte.

Gemeinsam mit Rolf Csallner begann er 1947, eine Mannschaft aufzubauen. Schon im Herbst desselben Jahres fand das erste Freundschaftsspiel gegen Neppendorf statt – Heltau gewann deutlich mit 23:4. Nur ein Jahr später erreichte die junge Mannschaft nach dem Gewinn der Kreismeisterschaft und erfolgreichen Qualifikationsspielen den Aufstieg in die A-Liga des rumänischen Großfeldhandballs.

In den folgenden Jahren etablierte sich der Handball fest im Heltauer Sportleben. 1950 sicherte sich die Mannschaft erneut den Verbleib in der höchsten Spielklasse. Zahlreiche Heltauer Spieler sowie Verstärkungen aus anderen Orten prägten diese erfolgreiche Zeit.

Mit dem Wandel vom Großfeld- zum modernen Kleinfeldhandball musste sich auch Heltau neu orientieren. Unter Trainer Gheorghe Bădeanu gelang Mitte der 1960er-Jahre ein neuer sportlicher Aufschwung. Innerhalb kurzer Zeit arbeitete sich die Mannschaft aus der regionalen Spielklasse bis in die A-Liga vor.

Einen Höhepunkt erreichte „Textila“ Heltau 1967: Nach einem entscheidenden 10:9-Sieg gegen Metalul Kleinkopisch und einem weiteren Erfolg gegen Rapid Bukarest gelang der Aufstieg in die Spitzengruppe des rumänischen Handballs. Rund 1.000 Zuschauer verfolgten damals das entscheidende Heimspiel auf dem Heltauer Sportplatz.

Damit gehörte Handball über viele Jahre zu den erfolgreichsten und beliebtesten Sportarten Heltaus.